Die Hebammen haben es geschafft: In nur drei Tagen haben sie es tatsächlich hinbekommen, die 50.000 Unterschriften zu sammeln, die nötig waren, um ihr Anliegen vor den Petitionsausschuss des Bundestages zu bringen.
Zugegeben: Ich war skeptisch, ob man tatsächlich 50.000 Unterschriften zusammen bekommt.
(Dabei ist 50.000 nicht viel ... wenn man bedenkt, dass in Deutschland jedes Jahr um die 600.000 Kinder von etwas weniger als 600.000 Müttern geboren werden - so gut wie alle mit Hilfe einer Hebamme, so einige in einem der ausschließlich von Hebammen betreuten Geburtshäuser.)
Die Petition kann noch bis Mitte Juni unterzeichnet werden. Mehr Infos gibt es hier.
Samstag, 15. Mai 2010
Freitag, 14. Mai 2010
Kleiderfragen
Gestern, in einer großen deutschen Stadt. Lieselotte sitzt in ihrem schicken neuen Minikleid (dem hellroten, mit den bunten Streifen) vor der Pizzeria, das Lieschen schläft neben ihr im Buggy. Eine Frau, so um die 50, mit langen schwarzen Haaren und grauen Augen läuft in Begleitung eines vielleicht zehn Jahre älteren Mannes, der seine langen hellgrauen Haare in einem Zopf zurückgebunden über einer schwarzen Lederjacke trägt, an ihr vorbei. Sie sieht Lieselotte etwas zu lange an, so lange, bis das Sehen zu einem Starren wird. Lieselotte guckt zurück.
Die Frau (zu dem Mann, aber laut genug, dass Lieselotte es hören kann): "Also, das die so mit ihrem Minikleid rumlaufen müssen...!"
- Kurze Pause, Lieselotte begreift, dass die Frau etwas zu laut gesprochen hat, als dass damit nur der Mann gemeint wäre -
Lieselotte: "Naja ... jedem das Seine, oder?!"
Die Frau (bleibt kurz stehen, sieht Lieselotte an): "Nein! Das macht ihr doch nur für die Männer!"
Lieselotte (während die Frau schon wieder weiter läuft): "Das wissen Sie doch gar nicht, ob ich das für die Männer trage..."
Die Frau: "Doch, das hat mir eine Türkin letztens gesagt!"
Lieselotte: "Ich bin aber keine Türkin..."
Aber da war sie schon weg, die Frau.
So. Und jetzt tauschen wir das Wort das Minikleid gegen das Kopftuch aus - und ihr wisst, was mir gestern Abend passiert ist...
Die Frau (zu dem Mann, aber laut genug, dass Lieselotte es hören kann): "Also, das die so mit ihrem Minikleid rumlaufen müssen...!"
- Kurze Pause, Lieselotte begreift, dass die Frau etwas zu laut gesprochen hat, als dass damit nur der Mann gemeint wäre -
Lieselotte: "Naja ... jedem das Seine, oder?!"
Die Frau (bleibt kurz stehen, sieht Lieselotte an): "Nein! Das macht ihr doch nur für die Männer!"
Lieselotte (während die Frau schon wieder weiter läuft): "Das wissen Sie doch gar nicht, ob ich das für die Männer trage..."
Die Frau: "Doch, das hat mir eine Türkin letztens gesagt!"
Lieselotte: "Ich bin aber keine Türkin..."
Aber da war sie schon weg, die Frau.
So. Und jetzt tauschen wir das Wort das Minikleid gegen das Kopftuch aus - und ihr wisst, was mir gestern Abend passiert ist...
Donnerstag, 13. Mai 2010
Islamkonferenz, quo vadis?
So, jetzt ist es amtlich: Bei der bevorstehenden zweiten Runde der Deutschen Islamkonferenz wird auch der Zentralrat der Muslime (ZMD) nicht teilnehmen. Der Islamrat darf nicht, der Zentralrat will nicht: viel bleibt da nicht übrig, zumindest vom organisierten Islam nicht. Und eine Islamkonferenz ganz ohne Moscheevereine? Na, ich weiß ja nicht. Es bleibt auf jeden Fall sehr spannend zu sehen, wie der Organisator der Konferenz, Innenminister de Maizière auf diesen angekündigten Rückzug des ZMD reagieren wird.
Jetzt wird deutlich, was passiert, wenn man sich auf einen etwas zu großen Spagat einlassen will, alle zufrieden machen möchte und dabei selbst anscheinend gar nicht so genau weiß, was man eigentlich will: Am Ende ist keiner zufrieden und alle meckern, die anderen wollten den Dialog nicht, die wichtigen Themen würden nicht angesprochen.
Für den Innenminister und seine Mitarbeiter könnte das Zeichen, dass der ZMD mit seiner Absage gesetzt hat, die Möglichkeit bieten, die bisherige Vorgehensweise neu zu überdenken und sich klar zu machen, was man eigentlich will: eine Islamkonferenz, eine Muslimekonferenz, eine Migrantenkonferenz, eine Integrationskonferenz, - ja was denn?!
Ohne die Moscheeverbände unter dem Namen Islamkonferenz weiter zu machen wäre jedenfalls der falsche Schritt, meint Lieselotte. Oder könnt ihr euch eine Christentumkonferenz ohne kirchliche Vertreter vorstellen?
Jetzt wird deutlich, was passiert, wenn man sich auf einen etwas zu großen Spagat einlassen will, alle zufrieden machen möchte und dabei selbst anscheinend gar nicht so genau weiß, was man eigentlich will: Am Ende ist keiner zufrieden und alle meckern, die anderen wollten den Dialog nicht, die wichtigen Themen würden nicht angesprochen.
Für den Innenminister und seine Mitarbeiter könnte das Zeichen, dass der ZMD mit seiner Absage gesetzt hat, die Möglichkeit bieten, die bisherige Vorgehensweise neu zu überdenken und sich klar zu machen, was man eigentlich will: eine Islamkonferenz, eine Muslimekonferenz, eine Migrantenkonferenz, eine Integrationskonferenz, - ja was denn?!
Ohne die Moscheeverbände unter dem Namen Islamkonferenz weiter zu machen wäre jedenfalls der falsche Schritt, meint Lieselotte. Oder könnt ihr euch eine Christentumkonferenz ohne kirchliche Vertreter vorstellen?
Mittwoch, 12. Mai 2010
Sana'a
Als ich zum ersten Mal ein Bild der Altstadt von Sana'a, der Hauptstadt des Jemens gesehen habe ...
... dachte ich, das gibt es nicht, das kann nicht sein, dass ein Ort tatsächlich so sehr alle Klischees von 1001 Nacht bestätigt. - Aber so sieht es wirklich aus, wie aus 1001 Nacht, nicht?
... dachte ich, das gibt es nicht, das kann nicht sein, dass ein Ort tatsächlich so sehr alle Klischees von 1001 Nacht bestätigt. - Aber so sieht es wirklich aus, wie aus 1001 Nacht, nicht?
Dienstag, 11. Mai 2010
Tomi Ungerer
Musée Tomi Ungerer. Centre international de l'Illustration
Strasbourg, Frankreich
Strasbourg ist eine schöne Stadt, mit den vielen kleinen von Fachwerkhäusern gesäumten Sträßchen im Stadtinneren, den großzügigen Stadtvillen mit uraltgewachsenen Bäumen davor etwas weiter draußen, den zahlreichen Kanälen und Brücken dazwischen. Im Frühling ist die Stadt besonders schön, vor blauem Himmel und strahlender Sonne macht sich die Umgebung besonders gut.
Anfang April war ich das letzte Mal dort und für diesen Besuch hatten wir uns das Tomi-Ungerer-Museum ausgesucht. Tomi Ungerer ist einer dieser Künstler, deren Namen man nicht unbedingt kennt (jedenfalls ging es mir so), deren Werke einem aber gut bekannt sind. In der umfassenden Ausstellung im eigens dafür eröffneten Centre international de l'Illustration ist Kunst von Ungerer aus den Jahren 1957 bis 2007 ausgestellt: Kinderbuchzeichnungen finden sich dort, Poster Art, satirische Zeichnungen, politische Werke und Fotografien, anhand derer das Leben des Künstlers nachgezeichnet wird. Die Zeichnungen mit dem Vermerk "Wir machen den Besucher darauf aufmerksam, dass manche Werke schockierend sein können, besonders für junges Publikum" finden sich im Keller: zum Beispiel das "Frosch-Kamasutra".
Interessant schien mir besonders der Lebensweg des Künstlers, der ihn aus dem Elsass, wo er von deutscher, französischer und alemannischer Kultur geprägt wurde, über das New York der 1960er und die kanadische Provinz nach Irland führte. Dort lebt er heute, und in Frankreich.
Zeitgenössische Kunst ist nicht immer und für jeden was, aber diese Ausstellung hat mir wegen ihrer Vielfalt gut gefallen. Gleichzeitig waren zu jedem thematischen Bereich nicht zu viele Werke ausgestellt, so dass man sich in der Ausstellung trotzdem nicht verlor. Und eigentlich lohnt sich ein Besuch allein schon wegen des Gebäudes und seiner Innenarchitektur, die ganz in Weiß gehalten sehr etwas hermachte.
Außerdem: freundliche, auch deutschsprachige (naja, Strasbourg eben) Museumsangestellte, ein behindertengerechter Zugang, Ausleihbuggys innerhalb des Museums, mit 5 EUR ein noch moderater Eintrittspreis (reduziert sind es sogar nur noch 2,50 EUR).
Fazit: Der Besuch lohnt sich, auch mit Kindern, die man dann eben in der Kinderbuch-, Comic- und Zeichentrickabteilung parkt.
Strasbourg, Frankreich
Strasbourg ist eine schöne Stadt, mit den vielen kleinen von Fachwerkhäusern gesäumten Sträßchen im Stadtinneren, den großzügigen Stadtvillen mit uraltgewachsenen Bäumen davor etwas weiter draußen, den zahlreichen Kanälen und Brücken dazwischen. Im Frühling ist die Stadt besonders schön, vor blauem Himmel und strahlender Sonne macht sich die Umgebung besonders gut.
Anfang April war ich das letzte Mal dort und für diesen Besuch hatten wir uns das Tomi-Ungerer-Museum ausgesucht. Tomi Ungerer ist einer dieser Künstler, deren Namen man nicht unbedingt kennt (jedenfalls ging es mir so), deren Werke einem aber gut bekannt sind. In der umfassenden Ausstellung im eigens dafür eröffneten Centre international de l'Illustration ist Kunst von Ungerer aus den Jahren 1957 bis 2007 ausgestellt: Kinderbuchzeichnungen finden sich dort, Poster Art, satirische Zeichnungen, politische Werke und Fotografien, anhand derer das Leben des Künstlers nachgezeichnet wird. Die Zeichnungen mit dem Vermerk "Wir machen den Besucher darauf aufmerksam, dass manche Werke schockierend sein können, besonders für junges Publikum" finden sich im Keller: zum Beispiel das "Frosch-Kamasutra".
Interessant schien mir besonders der Lebensweg des Künstlers, der ihn aus dem Elsass, wo er von deutscher, französischer und alemannischer Kultur geprägt wurde, über das New York der 1960er und die kanadische Provinz nach Irland führte. Dort lebt er heute, und in Frankreich.
Zeitgenössische Kunst ist nicht immer und für jeden was, aber diese Ausstellung hat mir wegen ihrer Vielfalt gut gefallen. Gleichzeitig waren zu jedem thematischen Bereich nicht zu viele Werke ausgestellt, so dass man sich in der Ausstellung trotzdem nicht verlor. Und eigentlich lohnt sich ein Besuch allein schon wegen des Gebäudes und seiner Innenarchitektur, die ganz in Weiß gehalten sehr etwas hermachte.
Außerdem: freundliche, auch deutschsprachige (naja, Strasbourg eben) Museumsangestellte, ein behindertengerechter Zugang, Ausleihbuggys innerhalb des Museums, mit 5 EUR ein noch moderater Eintrittspreis (reduziert sind es sogar nur noch 2,50 EUR).
Fazit: Der Besuch lohnt sich, auch mit Kindern, die man dann eben in der Kinderbuch-, Comic- und Zeichentrickabteilung parkt.
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