Mittwoch, 5. Mai 2010

Hebammenprotest

Heute ist der Internationale Hebammentag.

Der steht dieses Jahr ganz im Zeichen einer Protestaktion des Deutschen Hebammenverbands, die sich gegen die geplante Haftpflichtprämienerhöhung richtet, die vielen Hebammen die Existenzgrundlage entziehen würde. Ab Juli 2010 soll die Verordnung in Kraft treten. Im Krankenhaus mag man dann zwar noch auf Hebammen treffen, aber eine von ihnen betreute Hausgeburt oder eine Entbindung im Geburtshaus könnte dann schon bald nicht mehr so möglich sein, wie es zurzeit noch der Fall ist.

Dabei fällt schon heute ins Auge, wie wenig die, die jede Entbindung begleiten (ein Arzt alleine darf gar keine Geburt leiten), für ihre Arbeit bekommen: keine 240 Euro für eine Geburt im Krankenhaus, weniger als 450 Euro für eine Geburt im Geburtshaus und nicht mal 540 Euro für eine Hausgeburt. Wäre es dabei nicht im Interesse der Mütter, der Kinder und auch der Väter auf gut bezahlte, ausgeruhte, zufriedene Geburtsbegleiterinnen im Geburtszimmer zu treffen? Dass das Wohlbefinden der Frauen eine Auswirkung auf den Geburtsverlauf hat, ist kein Geheimnis. Dass das vor allem durch eine liebevolle, individuelle Betreuung erreicht werden kann, dürfte jetzt auch nicht überraschen.

Wieso also schauen wir dann zu, wie Hebammen so schlecht bezahlt werden, dass man davon kaum leben kann? Wieso sagen wir nichts, wenn Krankenschwestern auf der Wöchnerinnenstation acht Stunden ohne Pause durcharbeiten, weil für Pausen keine Zeit ist? Sollte nicht auch in Zukunft jede Frau selbst entscheiden können, wo sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte, sei es nun im Krankenhaus, zu Hause oder im Geburtshaus?

Die Petition der Hebammen kann hier unterschrieben werden.

Kommentare:

Lieselotte hat gesagt…

Hier noch ein Artikel zum Thema:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_39088907

Anonym hat gesagt…

Und? Gezeichnet?