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Donnerstag, 13. Februar 2014

Das andere Iran

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Fotos aus dem Iran ähneln sich oft: Frauen in langen, schwarzen Gewändern; Männer in wuchernden Bärten; Kopftücher; Hinrichtungen; Massen an Menschen. Das ist das eine Iran. Aber natürlich gibt es auch das andere Iran. Leute, die in oft widrigen Umständen versuchen, ihr Leben so leben, wie es für richtig halten; sich ein kleines Stück Freiheit erkämpfen; Moment finden, in denen sie ganz sie selbst sein können. 

Solche Momente sind es, die der iranische Fotograf Hossen Fatemi in seiner Serie An other view of Iran festgehalten hat. Schöne Bilder sind es, die er zeigt; intensive Bilder; Bilder vom Leben ... die hoffen lassen, dass der Iran eines Tages frei sein wird.
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Montag, 10. Februar 2014

Sexismus. Und Rassismus.

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Von afrodeutschen Frauen, alltäglichem Sexismus und Rassismus während des Nationalsozialismus - und im Deutschland des 21. Jahrhunderts, von Ausgrenzung, Widerstand, Anpassung und Rebellion.

"Ausstellung

Daima – Frauen | Bewegung | Feminismen | Identitäten

Mo 17. Februar bis Fr 28. März 2014 

Öffnungszeiten: Mo–Fr 14–18 Uhr

Belächelt und sexualisiert werden – diese Erfahrungen teilen viele Frauen. Was, wenn sich das mit Erfahrungen von Rassismus mischt? In der Veranstaltungsreihe kommen Frauen zu Wort, die all diese Erfahrungen von Ausgrenzung teilen und sich ihnen aktiv widersetzen: durch Kunst, Politik und Zeugnis-Ablegen. 

In Kooperation mit Witnessed / edition assemblage. Gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen. Alle Veranstaltungen finden in der Galerie im August Bebel Institut statt (Müllerstraße 163, Berlin, S+U Wedding). Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, Zugang über den Haupteingang des Gebäudes. 

Rahmenprogramm: 

Fr 14. Februar, 18–21 Uhr: Daima. Images of Women of Color in Germany

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung. In Ausstellung und Buch porträtiert die afrodeutsche Fotografin Nzitu Mawakha zwölf Schwarze Frauen, die in Deutschland leben und arbeiten und/oder Deutsche sind. Sie erzählen von Alltagsrassismus, Sexismus und Widerstand, von Familie, Community und Schönheit. Das Besondere: Nicht die Frauen erklären sich – sondern sie sind diejenigen, die die Betrachtenden befragen und den Blick zurückwerfen. Mit: Nzitu Mawakha (Fotografin & Autorin), Sharon Dodua Otoo (Herausgeberin der Reihe »Witnessed«) und Protagonistinnen von Buch und Ausstellung. Grußwort: Barbara Loth (Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, angefragt). Live-Musik: 3 Women & The Bass. Um Anmeldung bis 10. Februar wird gebeten. 

Do 20. Februar, 18–20 Uhr: Einschreibungen. Fotografie und Widerstand 

Fotografie blickt auf eine lange politische Geschichte zurück. Welche Möglichkeiten bietet sie im politischen Kampf und um Identitäten auszudrücken? Der Vortrag zeigt zunächst, wie Fotografie mitwirkte, Unterschiede herzustellen und zu zementieren – in Bezug auf Ethnizität, Geschlecht oder Sexualität. In Kontrast dazu werden fotografische Arbeiten wie die des afroamerikanischen Philosophen W.E.B. Dubois, der Schwarzen Südafrikanerin Zanele Muholi und des Afrodeutschen Philip Metz vorgestellt. Sie wollen Fremdzuschreibungen brechen, Blicke irritieren und eine eigene Bildsprache entwickeln. Geht das? Mit: Nana Adusei-Poku (Forschungsprofessorin für Kulturelle Vielfalt, Hochschule Rotterdam, und Dozentin für Medienkunst, Hochschule der Künste Zürich) Moderation: Çağla İlk (Architektin und Kuratorin, büro MILK). Um Anmeldung bis 14. Februar wird gebeten. 

Fr 7. März, 18–21 Uhr Von »Mädchenfallen« und Selbstbewusstsein

Regina M. Banda Stein im Gespräch mit Marie Nejar Am Vorabend des Internationalen Frauentags hören wir den Bericht eines ereignisreichen Lebens: Marie Nejar, Jahrgang 1930, liest aus ihrer Autobiographie »Mach nicht so traurige Augen« und spricht mit Regina M. Banda Stein über ihr Aufwachsen als Schwarzes Mädchen im Nationalsozialismus, über ihr Leben als Schlagersängerin »Leila Negra«, als Krankenschwester und als Aktive in der afrodeutschen Community. Mit: Marie Nejar (ehem. Schlagersängerin und Krankenschwester), Regina M. Banda Stein (ehem. Vorstandsfrau ADEFRA Berlin, Krankenschwester, forscht zur Geschichte Schwarzer Frauen in der Pflege). Um Anmeldung bis 3. März wird gebeten.

Do 20. März, 18–21 Uhr: Feministische Kämpfe of Color in Deutschland. Eine Chronik 

Feminismus in Deutschland ist auch das: Frauen, die nicht nur Sexismus erfahren, sondern auch Rassismus durch die weiße Mehrheitsgesellschaft; Frauen, die sich jenseits von dieser organisieren. Seit Mitte der 1980er Jahre sind Schwarze Feministinnen in »ADEFRA« organisiert und wagen »Immigrantinnen, Schwarze deutsche, jüdische und im Exil lebende Frauen« Bündnisse, zuletzt 2013 in der Tagung »FemoCo«. Was die Beteiligten verbindet: Die Erfahrung, dass Sexismus von Rassismus, Homophobie und anderen Formen der Ausgrenzung nicht zu trennen ist. – Der Abend wagt eine Chronik politischer Kämpfe. Mit: Jasmin Eding (ADEFRA-Gründungsmitglied), Natascha Nassir-Shahnian (FemoCo-Konferenz) und Peggy Piesche (ADEFRA, »Euer Schweigen schützt Euch nicht«). Moderation: Manuela Bauche (August Bebel Institut). Um Anmeldung bis 14. März wird gebeten.

Fr 28. März, 18–20 Uhr: In Gedenken an Juliana Wonja Michael (1921–2013)

Ausstellungsfinissage. Die Finissage ist Juliana Wonja Michael gewidmet, die im März 2013 verstarb. Die Tochter des ab 1894 in Berlin lebenden Kameruners Theophilus Wonja Michael und dessen weißer deutscher Ehefrau Martha Wegner überlebte den Nationalsozialismus durch ihre Arbeit im Zirkus – für viele Schwarze eine Nische, die Arbeit und einen gewissen Schutz vor Verfolgung bot – und in der französischen Emigration. Mit Fotos, Videos, mündlichen Erinnerungen und einer Lesung aus autobiographischen Notizen erinnern wir an die Raubtierdresseurin, Botschaftsangestellte und Übersetzerin. Mit: Nicola Lauré al-Samarai (Historikerin), Lara-Sophie Milagro (Schauspielerin, Label Noir). Um Anmeldung bis 24. März wird gebeten. 

August Bebel Institut, Müllerstr. 163, 13353 Berlin (S+U Wedding) 
 Tel. +49 (0)30 4692-121 / -122 
Fax +49 (0)30 4692-124 
programm@august-bebel-institut.de 
www.facebook.com/augustbebel 
www.august-bebel-institut.de"

Mittwoch, 5. Februar 2014

A Muslim name

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What does a Muslim look like? What is a Muslim name?

What does a German look like? What is a German name?

Dark hair, dark skin, dark eyes? ... Muhammad?

Blonde, blue eyes, rather tall? ... Hans?

But what about Hans who became a Muslim? The blonde Muhammad from next door? Ayet ... who is no less German than she is Muslim ... and Turkish ...

Of course we (well, most of us) know that issues of identity are much more complex than they can sometimes be presented by some, than how at times we see them ourselves...

But in a world in which being a Muslim and being British (German, French, Russian, US American...) are still way too often presented as mutually exclusive - both by Muslims ("what? your name is Lieselotte? but that's not a Muslim name!") and non-Muslims ("oh yes, I agree, interfaith work is so important! it can really help bring Muslims and Germans together" ...), we are in need of reminders reiterating what we tend to forget ... 

... reminders like this series of beautiful photographs by Claire Beckett portraying US American converts to Islam.
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Dienstag, 19. November 2013

Arts, Peace and Conflict

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"Archbishop Desmond Tutu Centre 
for War and Peace Studies
Annual Conference 2014, 2nd - 4th July 2014
Arts, Peace and Conflict

CALL FOR PAPERS 

Arts play a crucial but under-explored role in contexts of peace and conflict. They often provide unusual and complex perspectives on situations prone to oversimplification. But they also play a key role in helping people to come to terms with a legacy of violence and contributing to peacebuilding. 

This conference aims to examine the role of the arts in relation to conflict and peace from theoretical and practical perspectives. It aims to draw together participants from a wide variety of disciplinary backgrounds. This involves experts from a range of artistic fields, and we welcome contributions from theatre, performance, literature, visual art, music, poetry, film, photography, digital art, dance or any other related field. 

But equally, we would like to include experts whose primary fields might be in other disciplines. So, the conference is open to those from disciplines such as Geography, Sociology, Politics, Peace and Conflict Studies, Economics, Cultural Studies, History, Media Studies, and Philosophy. 

A keynote theme will be the examination of the role of the arts as a forum for public participation in conflict and post-conflict societies and the keynote event will feature Irish playwright Frank McGuinness discussing the theme of War and the Artist. 

We would hope that among the themes that could be considered are: 

- Theoretical perspectives on understanding the interactions of the arts with conflict and with post-conflict rehabilitation 
- Case study evaluations of historical or contemporary instances of relationships between the arts and conflict/conflict resolution 
- Organisational studies looking at the role of agencies such as NGOs, political institutions, economic actors and educational bodies in relation to the arts 
- Examples of the arts as a tool for cultural intervention in situations of conflict 
- Comparative assessments of the interplay between the arts, peace and conflict in different circumstances and contexts 
- Analytical studies looking at the key themes and issues of relevance in using the arts as an interventionist tool for peace-building 
- Analyses of examples of the use of the arts in education in situations of conflict or conflict resolution 
- Philosophical and ethical evaluations of the roles of the arts, both in engendering conflict and in promoting its resolution 
- Assessments of methodological approaches to the analysis of the role of the arts in conflict and conflict resolution 

Keynote: Frank McGuinness, playwright, poet and Professor of Creative Writing at University College Dublin; in conversation with Lindsay Rodden, from the Everyman and Playhouse Theatre Liverpool. 

The conference is organised by the Archbishop Desmond Tutu Centre for War and Peace Studies at Liverpool Hope University. The venue will be the Capstone Theatre, Liverpool Hope University Creative Campus, Shaw Street, Liverpool, L6 1HP. Please submit abstracts of up to 300 words or full panel abstracts (4 papers max) to tutu@hope.ac.uk until 7 January 2014. Successful applicants will be notified by 18 February 2014. Contributions may also include performative ‘provocations’, demonstrations; or any other suitable format. 

The organising team: 

Dr Stefanie Kappler, kapples@hope.ac.uk 
Dr Brian Desmond, desmonb@hope.ac.uk 
Dr Michael Holmes,holmesm@hope.ac.uk 
Dr Terry Phillips, phillim@hope.ac.uk"

Montag, 18. November 2013

Vom Kaukasus in alle Welt verweht

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"So 24. November 2013 - 25. Mai 2014 

Eröffnung So 24. November | 11 Uhr 

Tscherkessen - Vom Kaukasus in alle Welt verweht 
Ein legendäres Volk neu entdecken 

Völkerkundemuseum Hamburg

Die Tscherkessen sind eines der ältesten Völker Europas, seit Jahrtausenden leben sie im Nordwesten des Kaukasusgebirges. Im 19. Jahrhundert gehörten die Tscherkessen zu den bekanntesten Völkern in ganz Europa und wurden als Krieger und Reiter bewundert sowie für ihre Schönheit, Eleganz und Tapferkeit gerühmt. Nach ihrer Vertreibung 1864 durch die Armee des russischen Zaren geriet das einstmals legendäre Volk immer mehr in Vergessenheit. 

In ihrer einstigen Hauptstadt Sotschi finden 2014 die olympischen Winterspiele statt. Für viele ist der beliebte Badeort im Kaukasus ein Urlaubsparadies, für Tscherkessen jedoch ein Ort großer Trauer. Genau 150 Jahre vor der Olympiade endete dort die letzte Schlacht gegen Russland. Die olympischen Spiele rücken die Heimatregion der Tscherkessen erneut ins Licht der Öffentlichkeit - Anlass genug, um dieses berühmte Volk für uns neu zu entdecken. 

Die Ausstellung spürt seinem Schicksal nach und porträtiert ein in alle Welt verstreutes Volk, das seine Kultur und Sprache am Leben erhalten hat. Was verbindet die Tscherkessen heute und welche Themen bewegen sie? Um Fragen nach Identität und Erinnerungen zu stellen, hat das Museum Kontakt zu zahlreichen tscherkessischen Verbänden und Privatpersonen aus aller Welt aufgenommen, die an der Ausstellungskonzeption mitgewirkt haben. 

Ein Ausstellungsprojekt des Museums für Völkerkunde Hamburg in Kooperation mit vielen tscherkessischen Vereinen und Privatpersonen." 

Mehr Infos hier.

Dienstag, 5. November 2013

Arab is the new Black

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The more I think about it, the more I think political art is the answer. (Ok, ONE answer. But one answer we have neglected for much too long.)


Donnerstag, 6. Juni 2013

Mode aus Mittelost

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Wie?, die machen auch Mode? In Pakistan? Ich dachte, die können nur Terrorismus!? Bilder von der Karachi Fashion Week.

Dienstag, 4. Juni 2013

Samstag, 1. Juni 2013

Muslimisation à la Bollywood


 Muslim characters in Bollywood. Oh boy.

The Veiled Beauty. The Dancing Girl. The Emperor. The Loyal Didekick. The Poet. The Intolerant Muslim. The Gangster. The Pakistani. The Terrorist. And yes, unbelievable but true: the Modern Muslim.

SOAS professor Rachel Dwyer explains it all.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Nicht-Posts

Zu wenig Zeit. Keine Lust, zu schreiben. Zu spät dabei. Und manchmal ist da ein Thema, das einen interessiert, aber man weiß nicht genau, wie man es in einen Text packen soll.

Es gibt viele Gründe, warum man über Dinge, zu denen man vorhatte, zu schreiben, doch keinen Blogeintrag verfasst. Als ich kürzlich meinen Posteingang aufräumte, stieß ich über eine ganze Menge an Mails, die zu Blogeinträgen hätten werden könnten - aber es nicht wurden.

Wenn nicht, hätte ich hier vielleicht unter anderem geschrieben über

...getrennte Orte in Deutschland,

...verschiedene Bilder der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ,

...die x-te Studie zu Bildungschancen von Migranten in Deutschland,

...sieben Babys auf sieben Kontinenten,

...eine Handvoll Visionäre, die einen Picasso nach Palästina bringen wollten,

...Menschenrechtsverletzungen in Indonesien, die mit der Scharia gerechtfertigt werden,

...Minimalisten, die umso glücklicher sind, je weniger sie besitzen,

...die Combatants of Peace und den Parents Circle in Israel/Palästina,

...ein Programm zum Empowerment von Roma (Link funktioniert nicht mehr),


...die "tyrannische Kraft" der Mode,

...eine Menschenrechtsaktivistin in Tunesien, die einen sppäten (Teil)Erfolg erreicht hat,

 ...Kritik an Schule, wie wir sie in Westeuropa kennen.

Montag, 24. September 2012

Ein bisschen Balkan in Deutschland

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Bioskop Balkanale (West) - Balkan Filmtage in Leipzig 

"Vom 23. bis 28. September 2012 findet in Leipzig die erste Balkanale, ein Filmfestival mit dem Fokus Kino aus Südosteuropa, in der naTo in Leipzig statt.

Es werden unter dem Titel: Bioskop Balkanale (West) aktuelle Spielfilme und Dokumentarfilme aus Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kroatien, Serbien und Slowenien präsentiert.

Die Thematik der aktuellen Kinofilme reicht von EU-Integration über interreligiösen Dialog bis zur Verarbeitung von Kriegstraumata.

Als Rahmenprogramm sind während der Balkanale zahlreiche Gäste für Filmgespräche eingeladen, die zur Diskussion und zum Austausch anregen. Liebhaber der landschaftlichen Reize des Balkans werden beim Kinoerlebnis Balkanale durch eindrucksvolle Bilder auf der Kinoleinwand ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

Das gesamte Programm findet ihr hier und auf den Internetseiten der Cinematheque Leipzig und auf Facebook - Bioskop Balkanale. An unserem Abschlussabend am 28.09.2012 wird sich ab 22 Uhr das Kneipenrestaurant Lulu Lottenstein auf der Karl-Liebknecht-Straße in einen Jugsalon verwandeln und neben Musik und guter Laune werden Fotografien des serbischen Fotografen Branislav Jesić zu bestaunen sein."

Montag, 17. September 2012

The Sifr

The Sifr: A Global Jam Session



Mehr zu dem Projekt und den teilnehmenden Künstlern findet ihr auf dieser Youtube-Seite.

Samstag, 1. September 2012

Die gleiche Stadt war das nicht mehr

Oder: Ein Ort in Ostdeutschland vor der Wende 
und 10, 20 Jahre danach

In der Stadt, in der ich in Deutschland studiert habe, irgendwo im Osten der Republik, hatte sich 10, 20 Jahre nach der Wende viel getan. Ein Großteil der Häuser, vor allem im Zentrum der Stadt, waren saniert worden, manches abgerissen, und die eine Einkaufshalle, die andere Shopping Mall neu dazu gekommen. Das eine oder andere Gebäude stand zwar noch immer wie vor einigen Jahren da, aber die gleiche Stadt war das nicht mehr. Es sah neuer aus, schicker, weniger nach DDR, mehr nach neuem Deutschland, was immer das auch sein sollte.

Ein neuer Staat

Mit der Verabschiedung des alten Oststaates waren aber nicht nur neue Gelder für Stadtplanung und die Aufmöbelung der Infrastruktur in die Kasse geflossen, die Bewohner der Stadt sahen sich auch mit einer Umwälzung konfrontiert, die ihresgleichen sucht. Ein neuer Staat, neues Geld, neue Telefonnummern, Postleitzahlen, ein neues Schulsystem, neue Geschichten von Gut und Böse, neue Helden und Verlierer. Arbeitslosigkeit.

Perspektivlosigkeit

Perspektivlosigkeit. Ob hier irgendwann mal wieder irgendwas richtig ginge? Klar gab es noch lokale Betriebe, Einzelhandel, die Universität, eine Institution hier, eine Organisation dort, wo der eine oder andere unterkam (oder untergekommen bleiben konnte), aber insgesamt sah die Situation nicht rosig aus. Die, die konnten, packten. Und gingen. Und so kam es, dass die Einwohnerzahl der Stadt drastisch sank. Ab in den Westen. Gingen viele.

Wohnen wollte da keiner

Die Wohnungen, die sie hinterließen, die sie zuvor noch gemietet hatten, standen eine Weile leer. Waren saniert worden oder auch nicht. Aber irgendwann stellte sich die Frage, was zu tun sei mit Tausenden, Zehntausenden an leeren Wohnungen. Manches machte sich ja nach der Sanierung ganz gut. Neu verputzt und gestrichen, neues Bad, neue Küche und ein Balkon dran - das macht schon 'nen Unterschied. Aber anderswo in der Stadt wäre es wohl einfach zu teuer geworden, all diese Blöcke zu renovieren. Und: wohnen wollte da, etwas auswärts gelegen, keiner. Sanierte Platten (die nach der Renovierung eigentlich genauso aussahen wie ähnliche Wohnblöcke im Westen), sanierte Platten gab's auch näher am Zentrum, genauso nett renoviert, aber besser angeschlossen und schöner gelegen.

Stadtteile, die es nicht mehr gibt

Es gibt Leute, die, ungefähr so alt wie ich, in der Stadt, in der ich studiert habe, groß geworden sind, und die, wenn sie heute zu Besuch in die Stadt fahren - denn wohnen tun sie da schon lange nicht mehr -, das Viertel, in dem sie einst groß wurden, nicht mehr erkennen. Weil so viel abgerissen wurde, dass es den Stadtteil nicht mehr gibt, so nicht mehr gibt, wie vorher.

Gang der Dinge?

Wahrscheinlich ist das normal, und einfach der Gang der Dinge (hatten wir das nicht schon mal beim Thema Gentrifizierung?), und für die, die damals Kinder waren, einfach auch Teil des Erwachsenwerdens und Teil des Prozesses, zu verstehen, dass sich genauso wie sich die Dinge ändern, man selbst sich ja auch ändert - aber es gibt nun mal Leute, die, wenn sie zurück an den Ort fahren, an dem sie groß geworden sind, durch Straßen und an Häusern vorbei laufen können, die sich zwar verändert haben, aber noch da sind.

Bilder

Wie ich - wieder - auf das Thema komme? Durch eine Fotoserie einer jungen Fotografin, die Orte ihrer Kindheit - lange nach der Wende: es tut sich auch heute noch viel! - im Abstand mehrer Jahre wiederbesucht, abgelichtet und mit Aufnahmen, die dort in ihrer Kindheit entstanden sind, kontrastriert hat. Und durch diesen Artikel über einen jungen Mann aus dem Westen, der um 1990 und dann noch einmal zehn Jahre später Ansichten von Ostdeutschlands Innenstädten dokumentierte. Mensch, was ein Wandel!

Frankfurt (Oder). Oder Chemnitz. Brandenburg. Görlitz. Eberswalde. Cottbus. Greifswald. Rostock. Wismar. Stralsund. Freiberg. Zwickau. Halle. Magdeburg. Jena. Weimar. Oder so.


Dienstag, 8. Mai 2012

Long Beach und eine Königin


Als Lieschens Grandpa meinte, er wolle mit uns nach Long Beach fahren, dachte ich erst, er spinnt. Long Beach, war das nicht Nachmittagstreff der ganz bösen Gangstarap-Jungs? Als auf dem Freeway die ersten Schilder, weiß auf grün, mit dem Namen der Stadt auftauchten, schaute ich argwöhnisch aus dem Fenster. Waren sie irgendwo da draußen, die Gangster? Grandpa hatte doch die Zentralverriegelung eingeschaltet, oder nicht?

Keine Gangster in Downtown Long Beach

Und dann war da plötzlich das Meer, ein nett angelegter kleiner Park mit Teich; Schilder, die den Weg zum Aquarium wiesen und Familien, die aus dem Convention Center strömten. Ein Stück weiter hatte schon der Aufbau für den Grandprix begonnen. Gangster? Von wegen. (Lieschens Grandpa erklärte mir später, dass es doch einen Teil von Long Beach gibt, der keinen besonderen Ruf gibt. Aber von Downtown Long Beach mit den mit Bars und Restaurants gesäumten Straßen war das weit entfernt.)

Passagierdampfer, Truppentransporter

Wären wir ein bisschen früher gekommen, hätten wir vielleicht ins Aquarium gehen können. Da das jedoch um sechs schließt, machten wir uns auf den Weg nach einer Alternative. Und standen schon bald vor der Queen Mary, einem riesigen, während der 1930er in Schottland gebauten Schiff, das erst als Passagierdampfer der Luxusklasse (17.000 Dollar wären für ein Ticket heute zu zahlen) zwischen der Alten und der Neuen Welt verkehrte und dann im Zweiten Weltkrieg zum Truppentransport eingesetzt wurde.

Wände aus Kastanienholz, Art Décor wie in den 30ern

In den 1960ern wurde das Schiff, das zeitweise das berühmte Blaue Band führte (keine vier Tage brauchte sie für die Überquerung des Atlantiks) stillgelegt. Die Stadt Long Beach kaufte das Schiff, baute es zum Hotel um und bietet nun Führungen und Events wie Konzerte ("Rock the Queen"), Hochzeiten und einen Sonntagsbrunch auf dem Schiff an. Da dümpelt es nun im Wasser vor Long Beach, doppelt so groß wie die Titanic, mit den mit Kastanienholz ausgelegten Wänden, einer noch weitgehend erhaltenen Art Décor-Einrichtung, der britisch-roten Telefonzelle und einem mit weißgelben Kacheln ausgelegten mehrstöckigen Schwimmbad tief im Bauch des Schiffes - und zeugt von einer Zeit, die nicht mehr ist.

Führung übers Schiff, Blick über Long Beach

Von den vielen zur Auswahl stehenden Führungen wählten Grandpa, Lieschen und ich die Twilight Historical Tour. Nein, nichts mit Vampiren, sondern eine Führung, die um viertel vor sieben, so ungefähr zum Untergang der Sonne beginnt. 12 Dollar waren es, glaube ich, per Person und eine Stunde lang wird man mit vielen Erklärungen durchs Schiff geführt. Ich war begeistert, das Lieschen trottete brav mit, aber Grandpa schaffte es irgendwie, sich nach der ersten halben Stunde abzuseilen; wir trafen ihn dann am Ausgang wieder: "Ich habe nur kurz die Toiletten gesucht, und auf einmal wart ihr weg...!" Den Blick von der hochhausgroßen Queen Mary auf das blaue Meer, die orange untergehende Sonne und die hell blitzenden Lichter von Long Beach fand er dann aber auch richtig gut.

Donnerstag, 12. April 2012

Internationales Frauenfilmfestival

Für die Kölner unter uns: Ab dem 17. April findet in Köln wieder das Internationale Frauenfilmfestival statt. Der Länderschwerpunkt liegt dieses Jahr auf der arabischen Welt. Außerdem zu sehen gibt es zum Beispiel Filme von und über Polen und zu LGBT-Themen. Auch dabei: ein Musikprogramm. Hört sich interessant an? Ab nach Köln! Mehr Infos hier.

Sonntag, 1. April 2012

Lieblingsblogs (04)

Der Titel ist natürlich bescheuert, der Blog - diesmal ein Foto- und kein Textblog - dafür umso toller: Bücherregale über Bücherregale, massenweise Bücher, Bücher und Bücher. Bin es nur ich oder kennt ihr das auch, dieses Hochgefühl, angesichts solcher Stapel und Reihen und Berge an Büchern? Falls ja, kann ich ihn euch nur empfehlen, meinen Lieblingsblog diesen Monat, falls nein, einfach ignorieren. Für Nicht-Buch-Fanatiker ist solch ein Blog wohl einfach nur sterbenslangweilig. Link

Donnerstag, 29. März 2012

Letztens gelesen (16)

Robert Gernhardt: Später Spagat. Frankfurt / Main: Fischer Taschenbuch, 2008.

Robert Gernhardt ist, zusammen mit Erich Fried, einer meiner Lieblingsdichter. Es gibt kaum eine Zusammenstellung seiner Bücher, die ich nicht gut finde, bei der ich beim Lesen nicht laut auflache, staune über seine Sprachfertig- und Gewitztheit. Dass man so schreiben kann! Sein letzter Gedichtband, Später Spagat (der Dichter starb 2006 in Frankfurt am Main) steht seinen Vorgängern in nichts nach. Was diesen letzten Band besonders macht, ist, dass Gernhardt sich in einigen der abgedruckten Gedichten mit dem Krebs, mit dem er kämpfte und dem er erlag, auseinandersetzt. Das tut er, wie er auch sonst seine Gedichte schreibt, mit einer sprachlichen Genauigkeit, Gewalt, Gewindigkeit, und hier zudem noch Ehrlichkeit, die nicht die Schmerzen, nicht die Angst, die Angst vor dem Tod auslässt - dass es einen sprachlos lässt.

Dienstag, 31. Januar 2012

Sich drehende Derwische

Die sich drehenden Derwische habe ich zum ersten Mal in Paris gesehen. Dort traten sie in einem alten Palast im Nordosten der Stadt auf. Der Großteil des Publikums waren französische Türken, dem Anlass entsprechend gekleidet - es wimmelte nur so vor schicken schimmernden Satin-Kopftüchern, im türkischen Style gebunden, und schwarz-weißen Anzügen. Meine Freundin Henriette, die die Idee, die Derwische zu sehen, gleich begeistert aufgenommen hatte, und ich waren wohl die einzigen Deutschen in der Menge der Zuschauer. Von unseren Plätzen hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf die Bühne, auf der sich bald eine Gruppe von Männern zu drehen begann, drehen, drehen, drehen, immer schneller und schneller, man konnte kaum glauben, dass das ein Mensch war, der dort auf einem Fuß stand und sich um die eigene Achse drehte und den anderen Fuß zum Abstoßen benutzte, immer schneller, immer schneller... Begleitet wurden die sich Drehenden von einer Trommel und einer Flöte, die die wunderschönsten Melodien spielte. Und als das in der Szenerie des ehrwürdigen Veranstaltungssaals eines alten Pariser Palasts - beeindruckend!

Daran, an diesen Abend in Paris, an dem ich zum ersten Mal die Derwische sich drehen sah, musste ich denken, als ich diesen Artikel über die erste öffentliche, ausschließlich aus Frauen bestehende Derwisch-Zeremonie las.

Samstag, 14. Januar 2012

Von Kunst, Kultur und Gedanken


Oder: eine Zeitschrift für den Kulturaustausch zwischen Deutschland und der islamisch geprägten Welt

Fikrun wa fann
(Kunst und Gedanke auf Deutsch) finde ich gut. Die vom Goethe-Institut (ja, die machen eine ganze Menge tolle Sachen) herausgegebene Kulturzeitschrift widmet sich dem Austausch zwischen Deutschland und islamisch geprägten Ländern. Zweimal im Jahr erscheint die Publikation auf Arabisch, Englisch und Farsi - auf der Webseite finden sich zudem die Beiträge auf Deutsch. Behandelt werden aktuelle Themen aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik von europäischen, muslimischen und internationalen Autoren. Fikrun wa fann finde ich gut. Nicht,weil ich mit allem, was dort publiziert wird, konform gehe, sondern weil die Zeitschrift eine Plattform für umfassende Information und anspruchsvollen Austausch über wichtige Themen bietet.

Und wenn wir schon dabei sind, hier noch ein paar Tipps zu einigen meiner Lieblingskategorien auf der Webseite: Das wären zum Beispiel die Seiten zu Geschlechterrollen, zu europäischem und orientalischem Kino und Film, über das Jahr 1968 in der Welt, zur Rolle der Medien in Europa und der muslimischen Welt und zum Leben in der Stadt. Urdeutsche oder ganz klar islamisch scheinende Themen werden da aus einem Blickwinkel betrachtet, der neu und fremd, weil ungewohnt, ist. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden deutlich, Fragen nach Verbindungen und gegenseitiger Einflussnahme regen zum Nachdenken an. Empfehlenswert!