Freitag, 5. Februar 2010

Definitions of Terms Commonly Used in Academia

"In my experience = One.
In case after cases = Two.
In a series of cases = Three.
It is believed that = I think.
It is generally believed that = A couple of others think so, too.
Correct within an order of magnitude = Wrong.
According to statistical analysis = Rumor has it.
It has been long known = I didn't look up the original reference.
A trend is evident = These data are practically meaningless.
Three of the samples were chosen for study = The other results didn't make any sense.
Typical results are shown = This is the prettiest graph."

Irgendwo im Internet gefunden und für witzig befunden (Autor unbekannt). Ist natürlich Quatsch, auch wenn ein Funke Wahrheit drinsteckt. Meint Lieselotte, die jetzt schon seit einem Weilchen aus dem Unidschungel raus ist - und sich ab Herbst i. wieder ins Getümmel werfen möchte.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Moerder oder Mensch

Ein Jahr und zwei Wochen ist es her, dass die Offensive "Gegossenes Blei" im Gazastreifen ein Ende nahm. Um den Jahrestag des Kriegsbeginns waren in der Presse wieder vermehrt Artikel ueber die Situation in Gaza und Israel zu lesen. In der Zwischenzeit ist die Welle an Berichterstattung abgeflacht, Nahost ist wieder mal aus dem Fokus gerueckt. Fuer uns jedenfalls, die das Privileg der Aussenstehenden, der nicht direkt Betroffenen teilen, die weiter machen koennen, als sei nichts geschehen. Die weiter machen muessen, als sei nichts geschehen: Fuehrte ich mir jeden Tag vor Augen, was - nicht nur - im Nahen Osten jeden Tag passiert, wuerde der Schrecken ueber das, was Menschen dort einander antun, zweifellos alles andere erdruecken.

Dass es Menschen sind, um die es geht, muss dabei im Mittelpunkt jeder Beschäftigung mit diesem Konflikt stehen. Zu oft wird das in hitzigen Diskussionen vergessen, in denen die eine Partei ploetzlich menschlicher gezeichnet wird als die andere. Sicherlich gibt es im Nahen Osten einen Besatzer und die unter Besatzung Lebenden. Das Ungleichgewicht der Kraefte ist offensichtlich: Ramallah ist nicht gleich Tel Aviv, und Gaza ist nicht gleich Sderot. Dennoch: Mensch sind beide, und der Schmerz, die Angst und die Verzweiflung sind im Einzelfall die selbe. Das kann, das darf nicht in Frage gestellt werden. Sicherlich ist das leichter gesagt als getan; vor allem als Aussenstehender, der es hier in Europa ziemlich warm und kuschelig hat. Dennoch muss die Maxime allen Handelns sein: Mensch ist auch der andere. Manchmal hilft die Aussensicht, die Perspektive wieder auf diesen Grundsatz zu lenken, diesen Grundsatz ohne den nichts geht, jedenfalls nichts Sinnvolles. Manchmal hilft der Blick von draußen, nicht immer.

Wirklich verstanden habe ich das waehrend meines Aufenthalts in Israel-Palaestina vor ein paar Jahren. Es kam wieder hoch, als ich das folgende Video eines jungen israelischen Soldats sah. Wer das Video sieht und denkt "Moerder", hat etwas noch nicht verstanden. Wer es sieht und vielleicht denkt, "So viel anders als ich sieht er gar nicht aus" oder "Das koennte mein Bruder sein" oder auch "Mein Gott, ich moechte nicht in seiner Haut stecken", "Haette ich den Mut, mich zu verweigern?" ist moeglicherweise schon einen Schritt weiter.

Dienstag, 2. Februar 2010

Global Hijab Style

Die modebewusste Muslima von heute ... muss nicht in Sack und Asche laufen, auch als Kopftuchtraegerin nicht. Tipps wie man zum stylischen yet islamkonformen Outfit kommt, findet sie online zum Beispiel auf der Seite Hijab Style, nach eigenen Angaben dem ersten britischen Style Guide fuer Musliminnen. In Deutschland gibt es eine vergleichbare Seite nicht, dafuer aber viele in verschiedenen muslimischen Laendern - wobei die Qualitaet der Seiten stark variiert. Eine Hijab Style vergleichbare Seite ist mir noch nicht unterlaufen (ich bin aber auch weit davon entfernt, eine Spezialistin auf dem Gebiet zu sein). Hijab Style ist uebrigens die Seite einer libanesisch-britischen Medizinstudentin - einer jungen Frau also, die bestimmt noch mehr im Kopf hat als nur die Frage, ob das rosagebluemte Seidenkopftuch denn nun zu der weissen Baumwollbluse passt oder nicht.

Die neusten Tipps und Kniffe zum Schlingen des Kopftuches holt sich unsere modeinteressierte junge Muslima dann vielleicht aus einem der vielen Video-Tutorials, die etwa auf Youtube eingestellt sind, zum Beispiel von der Userin Amenakin. Wenn sie dann ich-weiss-nicht-wieviel-Zeit damit verbracht hat, ihr Kopftuch so zu binden, dass es zwar alles verdeckt, was es zu verdecken gaebe, aber trotzdem noch etwas hermacht ... sieht sie dann vielleicht aus wie eine der Frauen auf der Seite Hijabs High: So gesehen in Washington, Cambridge, Lyon, Cesme, London, Bristol, San Francisco, Istanbul...

Jedes Mal ein Wunder

"Die Hebamme Luise Kaller hat 10.000 Kindern auf die Welt geholfen - ein Gespraech mit ihr ueber Geburten als Event, hilflose Vaeter im Kreisssaal und Mutterkuchen als Gesichtscreme."

Montag, 1. Februar 2010

Provinz

Provinz ist ...

... wenn es nur eine Autobahnabfahrt (wenn überhaupt) gibt, die zu deinem Ort führt (nix da mit Frankfurt-Nord, -Süd, -Ost, -West).
... wenn die Jugendlichen aus dem Ort sich an einem Samstagabend um halb zehn am Bahnhof die Zeit vertreiben.
... wenn die Hälfte der lokalen Bevölkerung den gleichen Nachnamen trägt.
... wenn alle, die seit weniger als 50 Jahren im Ort leben, "Zugezogene" heißen.
... wenn Samstagmittag ab zwölf kein öffentlicher Bus mehr fährt.
... wenn es bei euch im Ort grundsätzlich 5 Grad kälter ist als in der nächsten Großstadt.
... wenn du im Rathaus, wo du zum letzten Mal vor 4 Monaten etwas zu erledigen hattest, mit Namen begrüsst wirst - und das als Zugezogene!
... wenn die exotischsten Namen auf der Klassenliste deines Sohnes "Antonia" und "Mario" lauten.
... wenn du deine Kinder auf der Straße spielen lassen kannst.
... wenn vor den Garagen- und Kellerfenstern deiner Nachbarn frisch gewaschene Gardinen hängen.
... wenn du nach 15 Minuten Fußweg im Wald stehst (Wald! Park zählt nicht!!).
... wenn bei euch samstags von den Anwohnern die Straße gekehrt wird.
... wenn sich im Winter alle paar Meter freundliche Omis über deinen Kinderwagen hängen und sich insistierend vergewissern, ob dein Kind (Schneeanzug, Mütze, Schal, Handschuhe, Lammfellfußsack, Decke) "denn auch wirklich nicht friert".
... wenn es Kinderbetreuung nicht unter 3 Jahren und auch dann nur von neun bis zwölf gibt.
... wenn du als Kopftuchträgerin zum Stadtgespräch wirst.