... durchs Flüchtlingslager:
Wie lebt es sich eigentlich, als Flüchtling in Palästinas Norden? Wie sieht der Alltag dort aus und wie war es damals, als man aus Jaffa bei Tel Aviv Richtung Nablus vertrieben wurde? BR-Korrespondent Richard Schneider sucht nach Antworten.
Donnerstag, 20. Mai 2010
Mittwoch, 19. Mai 2010
Yassir
Was für eine Logik das ist, nach der einer, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, nach über 35 Jahren plötzlich abgeschoben werden kann, in das Land, aus dem seine Eltern vor mehr als 40 Jahren mal gekommen waren - das habe ich noch nie verstanden.
Das ist Yassirs Geschichte.
Nein, und auch die gut gefüllte Kriminalakte kann da kein Argument sein. Der, den sie los werden wollen, hat ihr gelebt, ist hier zur Schule gegangen, wurde hier sozialisiert. Es sind deutsche Lehrer, deutsche Sozialarbeiter, deutsche Polizisten und Bewährungshelfer, die hier (neben den Eltern natürlich) versagt haben. Das Problem ist hausgemacht, es ist ein deutsches Problem. In Frankreich wäre jemand wie er schon lange Franzose, die Option der Abschiebung ("weg damit!") bestünde damit gar nicht.
Das ist Yassirs Geschichte, und sie wird nicht schöner dadurch, dass der 36-Jährige eine Frau und zwei kleine Kinder hat, die (als Deutsche) hier leben und das Recht haben, mit ihrem Mann bzw. Vater zusammen zu leben.
Solche Abschiebungen dürfte es nicht geben, und diese Abschiebung macht auch aus der Perspektive des Staates, der für Recht und Ordnung sorgen möchte, keinen Sinn: Es sind Leute wie eben dieser junge Mann, der Schläger, Räuber, Dealer war, sich losgesagt hat und heute als erfolgreicher Rapper vor einem Weg wie seinem warnt, mit dem man an Jugendliche mit einem ähnlichen Hintergrund kommt. Kriminalitätsprävention wollt ihr machen? Ja, mit wem denn?
Das ist Yassirs Geschichte.
Nein, und auch die gut gefüllte Kriminalakte kann da kein Argument sein. Der, den sie los werden wollen, hat ihr gelebt, ist hier zur Schule gegangen, wurde hier sozialisiert. Es sind deutsche Lehrer, deutsche Sozialarbeiter, deutsche Polizisten und Bewährungshelfer, die hier (neben den Eltern natürlich) versagt haben. Das Problem ist hausgemacht, es ist ein deutsches Problem. In Frankreich wäre jemand wie er schon lange Franzose, die Option der Abschiebung ("weg damit!") bestünde damit gar nicht.
Das ist Yassirs Geschichte, und sie wird nicht schöner dadurch, dass der 36-Jährige eine Frau und zwei kleine Kinder hat, die (als Deutsche) hier leben und das Recht haben, mit ihrem Mann bzw. Vater zusammen zu leben.
Solche Abschiebungen dürfte es nicht geben, und diese Abschiebung macht auch aus der Perspektive des Staates, der für Recht und Ordnung sorgen möchte, keinen Sinn: Es sind Leute wie eben dieser junge Mann, der Schläger, Räuber, Dealer war, sich losgesagt hat und heute als erfolgreicher Rapper vor einem Weg wie seinem warnt, mit dem man an Jugendliche mit einem ähnlichen Hintergrund kommt. Kriminalitätsprävention wollt ihr machen? Ja, mit wem denn?
Dienstag, 18. Mai 2010
Schnee von ...
... gestern: Am Montag ist die Deutsche Islamkonferenz nach einiger Polemik im Vorfeld (Lieselotte berichtete) in die zweite Runde gestartet. Wer jetzt tatsächlich mit am Runden Tisch sitzt, lässt sich hier nachlesen. Freude: Sie haben doch tatsächlich eine junge Kopftuchmuslima dabei!
... gestern war auch der Internationale Tag gegen Homophobie. Für so manchen Muslim, der (wie so viele) unter einer extremen Form der Homophobie leidet, wäre das ein schöner Anlass gewesen, um mal die eigenen Vorurteile kritisch zu überprüfen.
... vorgestern: Am Sonntag verweigerten israelische Grenzbeamte dem US-amerikanischen Wissenschaftler Noam Chomsky die Einreise ins Westjordanland. In der Zwischenzeit ist von einem "Missverständnis" die Rede, natürlich dürfe Chomsky einreisen - bei einem Prominenten schauen Presse und Öffentlichkeit also genau hin.
... vorgestern konnte Clotilde Reiss nach über zehn Monaten Haft in iranischen Gefängnissen Teheran endlich verlassen. Sie schien erleichtert, wieder in Frankreich zu sein, erinnerte aber gleichzeitig an ihre ehemaligen Mithäftlinge, die noch immer sitzen oder hingerichtet wurden.
Deshalb heute: mal wieder an alle denken, die zu Unrecht in Gefängnissen im Iran (und sonst auf der Welt) sitzen, die angefeindet und diskriminiert werden, die unter Besatzung leben und sich im eigenen Land nicht frei bewegen können.
... gestern war auch der Internationale Tag gegen Homophobie. Für so manchen Muslim, der (wie so viele) unter einer extremen Form der Homophobie leidet, wäre das ein schöner Anlass gewesen, um mal die eigenen Vorurteile kritisch zu überprüfen.
... vorgestern: Am Sonntag verweigerten israelische Grenzbeamte dem US-amerikanischen Wissenschaftler Noam Chomsky die Einreise ins Westjordanland. In der Zwischenzeit ist von einem "Missverständnis" die Rede, natürlich dürfe Chomsky einreisen - bei einem Prominenten schauen Presse und Öffentlichkeit also genau hin.
... vorgestern konnte Clotilde Reiss nach über zehn Monaten Haft in iranischen Gefängnissen Teheran endlich verlassen. Sie schien erleichtert, wieder in Frankreich zu sein, erinnerte aber gleichzeitig an ihre ehemaligen Mithäftlinge, die noch immer sitzen oder hingerichtet wurden.
Deshalb heute: mal wieder an alle denken, die zu Unrecht in Gefängnissen im Iran (und sonst auf der Welt) sitzen, die angefeindet und diskriminiert werden, die unter Besatzung leben und sich im eigenen Land nicht frei bewegen können.
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Montag, 17. Mai 2010
Und das meint Jörg Lau...
Jörg Lau, von dessen Einstellung und Meinung zum Islam, den Muslimen und der so genannten muslimischen Welt ich übrigens meist nicht allzu viel halte, ist also der Meinung, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn Verbände wie der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bei der Islamkonferenz nicht mehr dabei sind. Die seien nämlich sowieso nicht repräsentativ für die Muslime in Deutschland und wollten nur ihren Einfluss sichern.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem einen oder anderen (oder sogar mehreren) der islamischen Verbandsfunktionäre sehr um den Einfluss der eigenen Organisation geht. Das ist eigentlich meistens bei Institutionen der Fall; es wäre naiv zu glauben, dass die Muslime davon verschont bleiben (auch wenn sie's natürlich sollten).
Aber trotzdem: Ich halte nichts von Exklusion. Wenn, dann sollten alle mitmachen dürfen. Und wenn eine Gruppe beleidigt absagt, dann müssen sich alle, auch die, die übrig bleiben, fragen, was denn da schief gelaufen ist.
Außerdem mag es sein, dass Jörg Laus Kritik an den Verbänden (unrepräsentativ, undemokratisch, nicht kompetent) teilweise berechtigt ist. Durch ein "Pech gehabt! Jetzt halt ohne euch", das man den ZMD hinterher ruft, stößt man aber bestimmt keine Veränderungen an.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem einen oder anderen (oder sogar mehreren) der islamischen Verbandsfunktionäre sehr um den Einfluss der eigenen Organisation geht. Das ist eigentlich meistens bei Institutionen der Fall; es wäre naiv zu glauben, dass die Muslime davon verschont bleiben (auch wenn sie's natürlich sollten).
Aber trotzdem: Ich halte nichts von Exklusion. Wenn, dann sollten alle mitmachen dürfen. Und wenn eine Gruppe beleidigt absagt, dann müssen sich alle, auch die, die übrig bleiben, fragen, was denn da schief gelaufen ist.
Außerdem mag es sein, dass Jörg Laus Kritik an den Verbänden (unrepräsentativ, undemokratisch, nicht kompetent) teilweise berechtigt ist. Durch ein "Pech gehabt! Jetzt halt ohne euch", das man den ZMD hinterher ruft, stößt man aber bestimmt keine Veränderungen an.
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Sonntag, 16. Mai 2010
Quote of the Day
"If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor.
If an elephant has its foot on the tail of a mouse and you say that you are neutral, the mouse will not appreciate your neutrality."
Desmond Tutu
If an elephant has its foot on the tail of a mouse and you say that you are neutral, the mouse will not appreciate your neutrality."
Desmond Tutu
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