Freitag, 11. Mai 2012
Muslim geworden
Wie kommt ein junger Mensch zum Islam? Was ist es, was ihn die Entscheidung treffen lässt, eine andere (oder überhaupt eine) Religion anzunehmen? Auf eine besonders schöne Geschichte eines jungen Mannes, der während seiner Studienzeit Muslim wurde, bin ich kürzlich im Internet gestoßen. Hier könnt auch ihr sie lesen.
Donnerstag, 10. Mai 2012
Die Menschen
„Die Menschen sind Feinde dessen, was sie nicht kennen und was sie nicht
verstehen.“
Ali Ibn Abi Talib, Schwiegersohn des Propheten Muhammad und islamischer Kalif
Ali Ibn Abi Talib, Schwiegersohn des Propheten Muhammad und islamischer Kalif
Mittwoch, 9. Mai 2012
Auf dem Weg nach San Diego
Wenn man von Los Angeles aus immer weiter nach Süden fährt, kommt man nach Mexiko. Auf dem Weg liegt San Diego, mit 1,3 Millionen Einwohnern nach Los Angeles die zweitgrößte Stadt Kaliforniens. Von San Diego aus sind es nur noch fünfzehn, zwanzig Minuten bis zur mexikanischen Grenze.
Mexiko ist nicht weit
Aber das Mexiko nicht mehr weit ist, wird schon wenige Meilen jenseits der Stadtgrenze LAs deutlich. Zuerst fallen mir die Dachziegel auf, rotgebrannt und leicht gewölbt, so wie ich sie aus Südfrankreich oder Italien kenne. Das nächste sind die Ortsnamen. Ausfahrten führen nach Las Flores, San Juan Capistrano, San Clemente, Escondido, Del Mar und La Mesa. Wir sind auf dem Weg in Richtung Lateinamerika, keine Frage.
Straße, Meer, Hügel, Erde
Irgendwann, ein gutes Stück hinter dem letzten Vorort von LA, ist da nur noch die Straße, rechts davon der Ozean und links Hügel, die jetzt im Mai mit grünen Büschen und Kräutern bewachsen sind und auf denen es gelb blüht. An manchen Stellen blitzt an einem der Abhänge ein Stück lehmrote Erde unter dem Gras hervor. Als wir unterwegs sind, ist der Himmel bedeckt, es ist nicht besonders warm und in den Tälern zwischen den Hügeln hat sich der Nebel festgehängt.
Ein bisschen Manchester in Südkalifornien
Nach fast zwei Stunden Fahrt fällt zwischen all den spanischen Ortnamen plötzlich eine Manchester Avenue und ein Birmingham Drive auf, auf die durch eines der Schilder verwiesen wird. Wie komisch hier mitten im großen Amerika, im warmen Kalifornien, nicht weit von der Grenze zu Mexiko die so bekannen Namen zweier Städte aus dem kleinen England, dem kalten Nordwesteuropa zu lesen. Ob die Straßennamen auf aus England stammende Siedler zurückzuführen sind, die sich mit diesen Ortsbezeichnungen ein Stück Heimat mit in das unbekannte Land, die fremde Landschaft mitnahmen? Das Auto braust weiter Richtung Süden, bald sind wir in San Diego.
Mexiko ist nicht weit
Aber das Mexiko nicht mehr weit ist, wird schon wenige Meilen jenseits der Stadtgrenze LAs deutlich. Zuerst fallen mir die Dachziegel auf, rotgebrannt und leicht gewölbt, so wie ich sie aus Südfrankreich oder Italien kenne. Das nächste sind die Ortsnamen. Ausfahrten führen nach Las Flores, San Juan Capistrano, San Clemente, Escondido, Del Mar und La Mesa. Wir sind auf dem Weg in Richtung Lateinamerika, keine Frage.
Straße, Meer, Hügel, Erde
Irgendwann, ein gutes Stück hinter dem letzten Vorort von LA, ist da nur noch die Straße, rechts davon der Ozean und links Hügel, die jetzt im Mai mit grünen Büschen und Kräutern bewachsen sind und auf denen es gelb blüht. An manchen Stellen blitzt an einem der Abhänge ein Stück lehmrote Erde unter dem Gras hervor. Als wir unterwegs sind, ist der Himmel bedeckt, es ist nicht besonders warm und in den Tälern zwischen den Hügeln hat sich der Nebel festgehängt.
Ein bisschen Manchester in Südkalifornien
Nach fast zwei Stunden Fahrt fällt zwischen all den spanischen Ortnamen plötzlich eine Manchester Avenue und ein Birmingham Drive auf, auf die durch eines der Schilder verwiesen wird. Wie komisch hier mitten im großen Amerika, im warmen Kalifornien, nicht weit von der Grenze zu Mexiko die so bekannen Namen zweier Städte aus dem kleinen England, dem kalten Nordwesteuropa zu lesen. Ob die Straßennamen auf aus England stammende Siedler zurückzuführen sind, die sich mit diesen Ortsbezeichnungen ein Stück Heimat mit in das unbekannte Land, die fremde Landschaft mitnahmen? Das Auto braust weiter Richtung Süden, bald sind wir in San Diego.
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Dienstag, 8. Mai 2012
Long Beach und eine Königin
Als Lieschens Grandpa meinte, er wolle mit uns nach Long Beach fahren, dachte ich erst, er spinnt. Long Beach, war das nicht Nachmittagstreff der ganz bösen Gangstarap-Jungs? Als auf dem Freeway die ersten Schilder, weiß auf grün, mit dem Namen der Stadt auftauchten, schaute ich argwöhnisch aus dem Fenster. Waren sie irgendwo da draußen, die Gangster? Grandpa hatte doch die Zentralverriegelung eingeschaltet, oder nicht?
Keine Gangster in Downtown Long Beach
Und dann war da plötzlich das Meer, ein nett angelegter kleiner Park mit Teich; Schilder, die den Weg zum Aquarium wiesen und Familien, die aus dem Convention Center strömten. Ein Stück weiter hatte schon der Aufbau für den Grandprix begonnen. Gangster? Von wegen. (Lieschens Grandpa erklärte mir später, dass es doch einen Teil von Long Beach gibt, der keinen besonderen Ruf gibt. Aber von Downtown Long Beach mit den mit Bars und Restaurants gesäumten Straßen war das weit entfernt.)
Passagierdampfer, Truppentransporter
Wären wir ein bisschen früher gekommen, hätten wir vielleicht ins Aquarium gehen können. Da das jedoch um sechs schließt, machten wir uns auf den Weg nach einer Alternative. Und standen schon bald vor der Queen Mary, einem riesigen, während der 1930er in Schottland gebauten Schiff, das erst als Passagierdampfer der Luxusklasse (17.000 Dollar wären für ein Ticket heute zu zahlen) zwischen der Alten und der Neuen Welt verkehrte und dann im Zweiten Weltkrieg zum Truppentransport eingesetzt wurde.
Wände aus Kastanienholz, Art Décor wie in den 30ern
In den 1960ern wurde das Schiff, das zeitweise das berühmte Blaue Band führte (keine vier Tage brauchte sie für die Überquerung des Atlantiks) stillgelegt. Die Stadt Long Beach kaufte das Schiff, baute es zum Hotel um und bietet nun Führungen und Events wie Konzerte ("Rock the Queen"), Hochzeiten und einen Sonntagsbrunch auf dem Schiff an. Da dümpelt es nun im Wasser vor Long Beach, doppelt so groß wie die Titanic, mit den mit Kastanienholz ausgelegten Wänden, einer noch weitgehend erhaltenen Art Décor-Einrichtung, der britisch-roten Telefonzelle und einem mit weißgelben Kacheln ausgelegten mehrstöckigen Schwimmbad tief im Bauch des Schiffes - und zeugt von einer Zeit, die nicht mehr ist.
Führung übers Schiff, Blick über Long Beach
Von den vielen zur Auswahl stehenden Führungen wählten Grandpa, Lieschen und ich die Twilight Historical Tour. Nein, nichts mit Vampiren, sondern eine Führung, die um viertel vor sieben, so ungefähr zum Untergang der Sonne beginnt. 12 Dollar waren es, glaube ich, per Person und eine Stunde lang wird man mit vielen Erklärungen durchs Schiff geführt. Ich war begeistert, das Lieschen trottete brav mit, aber Grandpa schaffte es irgendwie, sich nach der ersten halben Stunde abzuseilen; wir trafen ihn dann am Ausgang wieder: "Ich habe nur kurz die Toiletten gesucht, und auf einmal wart ihr weg...!" Den Blick von der hochhausgroßen Queen Mary auf das blaue Meer, die orange untergehende Sonne und die hell blitzenden Lichter von Long Beach fand er dann aber auch richtig gut.
Freitag, 4. Mai 2012
Hochzeitsvorbereitungen auf Südasiatisch
Alimustafas Mutter arbeitet als Wedding Decorator. Sie hat sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht und kümmert sich jetzt auf Hochzeiten um das Dekor, die Blumengestecke und Tischdekoration. Der Großteil ihrer Kunden sind Südasiaten, die Hochzeiten sehr bunt, prachtvoll, mit viel Bling-Bling. Letztens hatten das Lieschen und ich nichts anderes zu tun und begleiteten sie in ein großes Hotel irgendwo in einem Vorort von Los Angeles. Die Tische waren schon gedeckt, eine von Grandmas Angestellten hing weiße Hussen über die Stühle und band lila Schleifen darum.
Europäische Geographie
Derweil baute einer von Lieschens Onkeln mit einem weiteren Angestellten die Bühne auf. Ein mit braunen, lila und grünen Tüchern behängter Baldachin stand im Mittelpunkt. Derweil half ich der Frau mit den Hussen - beide Angestellte kamen aus Lateinamerika (genauso wie alle Angestellten im Hotel), waren aber amerikanischer als Joe und Jimmy von nebenan - und erklärte ihr, dass wir zwar aus Ju-Käi kämen, das aber nichts mit Ju-Kräin zu tun hätte, woraufhin sie gleich bekräftigte, Leute aus der Ju-Kräin fände sie ganz toll, die hätten so einen süßen Akzent - fast so gut wie meiner.
Noch längst nicht fertig
Später half ich noch beim Auffädeln der Blumen und Blüten - aus Blumen gefertigter Schmuck gehört unbedingt zu einer südasiatischen Hochzeit. Grandma erklärte mir, dass passend zu den lila, grünen und braunen Stoffen auf der Bühne die Braut lila und grün und der Bräutigam kupfer tragen würde. In der Zwischenzeit war es schon sieben, um sieben sollten die Feierlichkeiten begingen, aber bis auf den DJ war noch keiner da. Um halb acht huschte eine aufgeregte Braut in ihren ganz gewöhnlichen Klamotten mit den gebügelten Festtagskleidern (ja, da sah ich es lila und grün blinken) durch den Raum - sie sei noch lääängst nicht fertig.
Die ersten Gäste kommen
Als um acht die ersten Gäste kamen, war zumindest der Bruder der Braut schon im Festsaal. Die Gäste, eine Familie mit Vater, Mutter, Tante und vier Kindern machte sich gleich auf in Richtung Büffet und bediente sich mit in Fett gebackenen scharfen Samosas, Biryani und Fleisch in Soße. Derweil meinte Grandma, dass wir doch Fotos vom Lieschen auf der inzwischen fertig gestalteten Bühne machen sollten.
Bilder vom Hochzeitstag
Und so kommt es, dass ich nun eine Menge Bilder habe, vom übers ganze Gesicht strahlende Lieschen, platziert auf einer aus dunklem Holz geschnitzten, mit Blumengestecken behängten Sitzschaukel für zwei, rechts davon ein Tisch mit mit glitzernden Spiegelsteinchen besetzter goldener Vase mit darin schwimmenden Kerzen und Blumen, links davon auch, im Hintergrund die passende Beleuchtung und vor ihr auf dem Teppich ein ganzer Haufen an pink, lila, türkis, golden, braun und orange strahlenden Kissen. Nur die original südasiatische Hochzeitsmusik, die auf höchster Lautstärke aus den Boxen dröhnt, die sieht man nicht.
Europäische Geographie
Derweil baute einer von Lieschens Onkeln mit einem weiteren Angestellten die Bühne auf. Ein mit braunen, lila und grünen Tüchern behängter Baldachin stand im Mittelpunkt. Derweil half ich der Frau mit den Hussen - beide Angestellte kamen aus Lateinamerika (genauso wie alle Angestellten im Hotel), waren aber amerikanischer als Joe und Jimmy von nebenan - und erklärte ihr, dass wir zwar aus Ju-Käi kämen, das aber nichts mit Ju-Kräin zu tun hätte, woraufhin sie gleich bekräftigte, Leute aus der Ju-Kräin fände sie ganz toll, die hätten so einen süßen Akzent - fast so gut wie meiner.
Noch längst nicht fertig
Später half ich noch beim Auffädeln der Blumen und Blüten - aus Blumen gefertigter Schmuck gehört unbedingt zu einer südasiatischen Hochzeit. Grandma erklärte mir, dass passend zu den lila, grünen und braunen Stoffen auf der Bühne die Braut lila und grün und der Bräutigam kupfer tragen würde. In der Zwischenzeit war es schon sieben, um sieben sollten die Feierlichkeiten begingen, aber bis auf den DJ war noch keiner da. Um halb acht huschte eine aufgeregte Braut in ihren ganz gewöhnlichen Klamotten mit den gebügelten Festtagskleidern (ja, da sah ich es lila und grün blinken) durch den Raum - sie sei noch lääängst nicht fertig.
Die ersten Gäste kommen
Als um acht die ersten Gäste kamen, war zumindest der Bruder der Braut schon im Festsaal. Die Gäste, eine Familie mit Vater, Mutter, Tante und vier Kindern machte sich gleich auf in Richtung Büffet und bediente sich mit in Fett gebackenen scharfen Samosas, Biryani und Fleisch in Soße. Derweil meinte Grandma, dass wir doch Fotos vom Lieschen auf der inzwischen fertig gestalteten Bühne machen sollten.
Bilder vom Hochzeitstag
Und so kommt es, dass ich nun eine Menge Bilder habe, vom übers ganze Gesicht strahlende Lieschen, platziert auf einer aus dunklem Holz geschnitzten, mit Blumengestecken behängten Sitzschaukel für zwei, rechts davon ein Tisch mit mit glitzernden Spiegelsteinchen besetzter goldener Vase mit darin schwimmenden Kerzen und Blumen, links davon auch, im Hintergrund die passende Beleuchtung und vor ihr auf dem Teppich ein ganzer Haufen an pink, lila, türkis, golden, braun und orange strahlenden Kissen. Nur die original südasiatische Hochzeitsmusik, die auf höchster Lautstärke aus den Boxen dröhnt, die sieht man nicht.
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