Freitag, 3. August 2012

Nachtrag

- 16. Ramadan -

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Volker Beck, Abgeordneter der Grünen im Bundestag, hat verstanden, um was es bei der "Beschneidungsdebatte" geht. In einem ZEIT-Interview erklärt er seine Beweggründe, vehement für das Recht auf Beschneidung eingetreten zu sein. Die Highlights:

"Ich setze mich nicht für einzelne Menschen ein, sondern für bestimmte Grundrechte. Und da gilt dann eben nicht: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Religiöse Positionen verdienen auch dann Schutz der Rechtsordnung, wenn sie meine Position nicht respektieren. Opfer von Menschenrechtsverletzungen haben nicht automatisch recht, aber sie verdienen die Verteidigung ihres Rechts."

(Wow, das ist ja fast voltaire-istisch!)

"Auch die Weltanschauung des Atheismus kann fundamentalistische Züge annehmen. Der religiös neutrale Staat muss aber eben beides achten: die Rechte derjenigen, die nicht an Gott glauben, und die der anderen, die an eine transzendente Größe glauben."

(Mitschreiben, Frankreich und Türkei, mitschreiben!)

"Wenn die Menschenwürde einer Gruppe angegriffen wird, und es trifft meistens Minderheiten, dann ist es Aufgabe eines Politikers, sich dem entgegenzustellen. Demokratie ist eben nicht nur Abstimmung mit Mehrheiten, sondern eben auch Respekt vor den Rechten der Minderheiten. Sonst ist es keine Demokratie."

Das gesamte Interview, erschienen auf ZEIT Online am 20. Juli, gibt es hier zu lesen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Von Voltaire ist auch:

Écrasez l'Infâme !

Lieselotte hat gesagt…

Ja. Zusammenhang?

Anonym hat gesagt…

Super Artikel!!!! Danke echt Lieselotte!!!!

Bei "(Mitschreiben, Frankreich und Türkei, mitschreiben!)" musste ich inerlich lachen! :)

Wow, ich bin erstaunt, dass es noch solche tollen Politiker gibt und ohne diese Seite wäre ich nie auf diesen Politiker gekommen. Die Mainstream-Medien können einfach nie die richtig guten Politiker in den Mittelpunkt stellen!

Danke nochmals!

Lieselotte hat gesagt…

Fand die Stellungnahme auch richtig gut. So was ist man gar nicht mehr gewöhnt...

Wobei ich sagen muss, dass das Interview auf ZEIT Online erschienen ist, dass "die Mainstream-Medien" alle ihren Job nicht richtig tun, stimmt so also nicht ganz... ;)