Samstag, 13. Februar 2010

Kreativ im Konflikt

"Theaterpädagogische Fortbildung in gewaltfreier Konflikt-
bearbeitung

...du willst Konflikte besser verstehen und einen kon-
struktiven und gewaltfreien Umgang mit ihnen kennen lernen?
...du kennst es, an deine und die Grenzen anderer zu stoßen,
wenn Konflikte eskalieren?
...du arbeitest mit oder in Gruppen?
...du hast Lust, dich dem Thema Konflikte mit spielerischen
und kreativen Mitteln zu nähern?

Konflikte sind ein normaler Bestandteil menschlicher Beziehungen
- ein konstruktiver und gewaltfreier Umgang mit ihnen hingegen
nicht unbedingt.

In der Verbindung von Theorien und Praxis werden Konflikttheorien
und Konfliktanalyseansätze vorgestellt, diskutiert sowie indivi-
duelle Stärken, Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit Konflik-
ten reflektiert. Mit theaterpädagogischen Methoden und vielen
praktischen Übungen werden wir dabei erproben, wie mit kreativen
Mitteln ein Prozess der Konflikttransformation angestoßen werden
kann.

FORTBILDUNGSEINHEITEN UND TERMINE
I. Warum ich? 27.-30. Mai 2010
Persönlicher Umgang und Erfahrungen mit Konflikten / Modelle
der Konfliktbearbeitung

II. Wie kommt's? 16.-19. Sept. 2010
Theoretische Grundlagen / Schlüsselbegriffe / Analysetechniken

III. Was tun? 31. Okt.- 5. Nov. 2010
Forumtheater: Handlungsoptionen entwickeln

IV. Was nun? 20.-23. Jan. 2011
Persönliche Strategien in Konflikten / Interventionsmöglich-
keiten

ZIELE
Ziele der Fortbildung sind ein kreativer Umgang mit Konflikten,
Bewusstsein für das eigene Konfliktverhalten und die Entwicklung
einer gewaltfreien Haltung. Grundlage hierfür ist das Kennenlernen
von Konfliktursachen, Wirkungsmechanismen und Analysetechniken,
auch in komplexen Konfliktsituationen. Über einen theaterpäda-
gogischen Zugang werden Prozesse des kognitiven, emotionalen und
sozialen Lernens angeregt.

ANERKENNUNG UND ZERTIFIZIERUNG
Die Fortbildung basiert auf den Qualitätsstandards der Arbeits-
gemeinschaft Dienste für den Frieden (AGDF) für Fortbildungen
in ziviler, gewaltfreier Konfliktbearbeitung und wird mit einem
entsprechenden Zertifikat abgeschlossen. Die Fortbildung Kreativ
im Konflikt bietet die Möglichkeit eines professionellen Einstiegs
in den Bereich der Konfliktbearbeitung.

KOSTEN UND ANMELDUNG
Die Kosten der Fortbildung werden zum größten Teil durch Dritt-
mittel gedeckt. Die Teilnehmenden leisten einen Eigenbeitrag in
Höhe von 750 €. Dieser umfasst Kursgebühr, Unterkunft und Ver-
pflegung. In Ausnahmefällen ist eine Ermäßigung möglich. Die
Fortbildung findet im Wendland (Niedersachsen) statt. Für
weitere Infos und zur Anmeldung erreichen Sie uns wie folgt:
Mail: info@friedenskreis-halle.de oder
Telefon: 0345 / 27 98 07 10 (Friedenskreis Halle e.V.)

ANMELDESCHLUSS: 15. März 2010"

Donnerstag, 11. Februar 2010

Much ado

Ilham Moussaid, Feministin, Laizistin und Kopftuchtraegerin, laesst sich in Frankreich zur Wahl aufstellen:



Das politische Establishment ist wie zu erwarten ausser sich:



Wie leicht sich manche Leute doch aus der Ruhe bringen lassen.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Vielleicht wird was geaendert, aber viel aendern wird sich nicht

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat entschieden: Die Festlegung der Leistungen-nach-dem-Zweiten-Sozialgesetzbuch-auch-Hartz-IV-genannt ist verfassungswidrig weil willkuerig. Die Debatte ueber das Urteil ist angestossen, es muss neu gerechnet werden.

Ob man mit den derzeit ueblichen Saetzen gut auskommen kann ("menschenwuerdig leben" heisst das zurzeit) oder nicht, laesst sich sicher diskutieren. Als Studentin stand mir nur unwesentlich mehr Geld zur Verfuegung - und ich habe nicht schlecht gelebt. Die Frage, die sich mir stellt, ist deshalb, ob es wirklich vor allem die Hoehe des monatlichen Einkommens ist, die hier ausschlaggebend ist - oder ob es nicht etwas ganz anderes ist, das eigentlich im Mittelpunkt der Diskussion stehen sollte.

Als Studentin ging es mir trotz geringem Einkommen sehr gut. Woran lag das? Erstens: Ich war in ein soziales Netz eingebunden; hatte etwas zu tun, dem ich einen Sinn abgewinnen konnte und hatte dementsprechend einen sozialen Status, mit dem man gut leben kann. Zweitens: Ich hatte eine Perspektive auf Besserung und wusste, dass ich nicht mein Leben lang auf jeden Cent gucken muessen wuerde. Und genau das ist es doch, was vielen Hartz VI-Empfaengern fehlt: Anerkennung und eine Perspektive.

Und eines der Dinge, die ich als erstes tun wuerde, wenn ich in der Hinsicht was zu sagen haette, waere, in den Jobcentern aufzuraeumen. Wie dort teilweise mit den Leuten umgegangen wird, die dort schliesslich nicht zum Spass vorbeischauen, ist naemlich der wahre Skandal.

Der Tag wird kommen

Der Tag wird kommen, wo die Berge sich bewegen,
Sie schlafen nur fuer eine kurze Zeit.
In der Vergangenheit haben sie sich erhoben,
Und man sah sie brennen viele Meilen weit.

Doch vielleicht wird daran noch niemand glauben,
Doch es gibt eins, woran sie glauben sollten:
Die Frauen, die jetzt schlafen, werden bald erwachen
Und dahin gehen, wohin sie immer wollten.

Kannst du den Fluss unter dir hoeren,
Wie sich sein Wasser durch die Schluchten graebt.
Hoerst du, wie langsam die Steine zerbrechen
Und der Fluss den Sand aus den Taelern traegt.

Doch vielleicht wird das noch niemand hoeren,
Doch es gibt eins, was sie hoeren werden,
Wenn die Wasser die Felsen niederreissen
Und die Schluchten weichen vor den neuen Gaerten.

Der Tag wird kommen, wo die Berge sich bewegen,
Sie schlafen nur fuer eine kurze Zeit.
In der Vergangenheit haben sie sich erhoben,
Und man sah sie brennen viele Meilen weit.

- Nein, das ist kein Text irgend eines Verfassers von religioeser Erbauungsliteratur ("die Apokalypse naht!") ... sondern ein Lied aus der Frauenbewegung, das ab 1973 ueber die "Erste feministische Platte" der "Frauenoffensive Muenchen" in - na ja - bestimmten Kreisen populaer wurde. (Ich bin darauf in einem Liederbuch meiner Mutter gestossen.) Leider habe ich im Internet kein Video dazu gefunden, die Melodie ist naemlich fast noch schoener als der Text. Ich bin nur fuer eine Aenderung: In der zweiten Strophe wuerde ich in der dritten Zeile aus dem "Frauen" ein "Menschen" machen...

"Aufklaerung taugt nicht als Kampfbegriff"

Erwaehnte ich, dass ich ein grosser "Fan" von Werner Schiffauer bin? Ich glaube, hier noch nicht... Ein Interview mit ihm ueber Deutschlands Muslime, die derzeitige Islamdebatte und was tatsaechlich zu tun waere erschien gestern in der Stuttgarter Zeitung:

"Herr Schiffauer, warum fühlen sich in Berlin nur elf Prozent der befragten Muslime als Deutsche, in London aber vierzig Prozent als Briten?

Nirgendwo in der EU haben so wenige Muslime die Staatsbürgerschaft angenommen wie in Deutschland. Hinzu kommt noch eine Besonderheit: junge Muslime mit deutschem Pass begreifen sich nicht als Deutsche, denn sie erleben im Alltag, dass sie weiterhin als Ausländer betrachtet werden. Die Gesellschaft hält ihr Versprechen der Inklusion, das sie mit der Staatsbürgerschaft gegeben hat, nicht ein."

Hier geht's zum gesamten Interview.